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Preußische Königsschloss
Walther-Rathenau-Gedenkstätte
 

Schloss Freienwalde ist ein ehemaliges preu√üisches K√∂nigsschloss und ein Erinnerungsort an den Industriellen, Zeitkritiker, Schriftsteller und Politiker Walther Rathenau (1867-1922). Es wurde 1798/99 von David Gilly als Sommerwitwensitz f√ľr die K√∂nigin Friederike Luise von Preu√üen erbaut. Der in der preu√üischen Architekturgeschichte erste k√∂nigliche Villenbau entsprach der Lebensauffassung der K√∂nigin und war vorwiegend im Louis-seize-Stil eingerichtet. In dem √ľber 11 ha gro√üen Schlossgarten am Rande der Freienwalder Altstadt liegen neben dem Schloss selbst der restaurierte Theaterpavillon der K√∂nigin aus dem 18. Jahrhundert und das alte Kastellanshaus. Die obere Schlossetage beherbergt die Walther-Rathenau-Gedenkst√§tte. Dort f√ľhrt eine st√§ndige Ausstellung in die Geschichte des Schlosses Freienwalde und in Leben und Werk Walther Rathenaus ein.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es zu einer weit verbreiteten R√ľckbesinnung auf die Wurzeln des b√ľrgerlichen Geistes, der Aufkl√§rung und des Klassizismus. Zu der kleinen Gruppe von Kunstfreunden und Intellektuellen, die aus der Gro√üstadt Berlin in die m√§rkische Umgebung fuhren, um die herbe Landschaft mit ihren schlichten Kulturzeugnissen neu zu entdecken, geh√∂rte auch Walther Rathenau. Sein Interesse galt vor allem dem in Vergessenheit geratenen Hohenzollernschl√∂ss-chen Freienwalde, das er im Jahre 1909 von der preu√üischen Hofkammer f√ľr 262.500 Mark erwarb.

So wenig wie Rathenaus fast gleichzeitig errichtete Villa in Berlin-Grunewald wurde Schloss Freienwalde zu einem behaglich-intimen Refugium, sondern weit mehr Ausdruck des Kunstideals seines Besitzers. Rathenaus Liebe zum etwas spr√∂den aber unpathetischen Fr√ľhklassizismus entsprach seiner nach B√§ndigung und rationaler Beherrschung strebenden Pers√∂nlichkeit, die eigene Hemmungen und √∂ffentliche Diskriminierung als Jude durch die √Ąsthetisierung des pers√∂nlichen Lebensstils auszugleichen versuchte.

Walther Rathenau nahm in Freienwalde √ľber zehn Jahre seinen Sommeraufent-halt, nachdem er das √Ąu√üere des Schlosses durch einen von dorischen S√§ulen getragenen halbrunden Altan an der √∂stlichen Schmalseite und eine den klassi-zistischen Charakter betonende Fassadengestaltung ver√§ndert hatte. Das Innere des Hauses versuchte er im Stile der Erbauerin Friederike Luise zu restaurieren und zu erg√§nzen.
In Freienwalde besuchten ihn seine engsten Mitarbeiter und literarischen Freunde, mit denen er regen Austausch √ľber Fragen der Politik, Wirtschaft und Kunst pflegte. Mehrere Male waren Gerhart Hauptmann und Carl Sternheim mit ihren Familien zu Gast. Rathenau selbst nutzte die Stille des Landsitzes f√ľr seine umfangreiche schriftstellerische T√§tigkeit. Im Jahre 1918 brachte er seinen Besitz zum Zwecke der F√∂rderung von Wissenschaft und Kultur in die von ihm gegr√ľndete ‚ÄěWalther- Rathenau-Stift GmbH‚Äú ein, deren Anteile er selbst behielt.

1922 wurde Rathenau von rechtsgerichteten Verschw√∂rern ermordet. Die Erben, seine Schwester Edith Andreae und deren vier T√∂chter, schenkten 1926 Schloss und Park Freienwalde dem damaligen Landkreis Oberbarnim und schufen so die Voraussetzung daf√ľr, ‚Äěhier eine St√§tte der Erinnerung an die altpreu√üische Kultur um die Wende des 18. Jahrhunderts und an Walther Rathenau‚Äú einzurichten.
Seit der Macht√ľbernahme der Nazis bis zum Ende der DDR erinnerte in dem 1945 ausgepl√ľnderten Schloss nichts mehr an Walther Rathenau. Erst 1991 erfolgte durch den damaligen Landkreis Bad Freienwalde und die Walther Rathenau Gesellschaft e.V. die Neugr√ľndung der Walther-Rathenau-Stift gGmbH sowie die Einrichtung einer st√§ndigen Rathenau-Gedenkst√§tte.

 

Mit freundlicher Unterst√ľtzung der Sparkasse M√§rkisch-Oderland

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